Sicherheit in Haus und Wohnung: Staatliche Vorschriften zum Einbruchsschutz ratsam

06 / September 2017

Bisher sind Sie als Mieter oder Eigentümer selbstständig dafür verantwortlich, einen Einbruch zu verhindern und Ihr Objekt ausreichend abzusichern. Jährlich steigende Einbruchzahlen stellen vor die Frage, ob eine staatliche Intervention nicht zielführender und für alle Bürger dieses Landes sicherer wäre. Das kriminologische Forschungsinstitut in Hannover ist zur Erkenntnis gelangt, dass eine staatliche Regelung zur Sicherheitstechnik zahlreiche Wohnungseinbrüche verhindern und die Arbeit der Polizei entlasten würde.

Gesamtkonzepte für Alarmanlagen ohne Verschuldung der Bürger

Geschützt ist, wer sich effektiven Einbruchschutz leisten kann. Und genau darin begründet sich das Problem, wie der Sprecher der Polizeigewerkschaft in NRW äußert. Die Kosten sind nicht nur hoch, sondern variieren nach Bundesland und nach Anzahl der Fenster, Türen und Lichtschächte im Haus. Viele Familien können sich den Einbruchschutz nach der Aufnahme des Kredits für ihr Eigenheim gar nicht mehr leisten, sagt Erich Rettinghaus und macht mit seinen Worten auf ein deutschlandweites Problem aufmerksam. Wer sein Leben lang auf das Eigenheim gespart hat und nach dem Kauf mit der Tilgung seiner Verbindlichkeiten beschäftigt, muss oftmals jeden Cent zweimal umdrehen und hat kein Geld, um sein Eigentum adäquat zu sichern und mit einer Alarmanlage gegen Einbrüche vorzubeugen. Warum ausgerechnet der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft in NRW spricht und sich zu dieser Thematik äußert, hat einen ganz einfachen Grund. In keinem anderen Bundesland wird täglich so häufig eingebrochen wie in Nordrhein-Westphalen. Auch wenn sich die Werte im Vergleich zum Vorjahr verringert haben, kann von einer wirklichen Senkung oder gar von der Sicherheit der Bürger keine Rede sein.

Der Kauf von Alarmanlagen sollte staatlich subventioniert und zur rechtlichen Vorschrift für Eigentümer und Eigenheimbesitzer erhoben werden. Wenn sich der Staat an der Absicherung von Gebäuden beteiligt, würden viel mehr Menschen sicher leben und ihr Eigentum mit entsprechenden Alarmsystemen schützen.

Staat lässt Bürger mit ihrer Unsicherheit alleine

Wer ein Alarmsystem benötigt, kann sich eine Alarmanlage kaufen. Sicherlich ist dies in gut verdienenden und finanziell bestens gestellten Haushalten auch keine Frage. Doch was ist mit Häusern und Wohnungen, in denen Menschen leben, die finanziell weniger gut situiert sind und sich ein vollständig aus der eigenen Tasche finanziertes Alarmsystem nicht leisten können? Hier müsste der Staat einschreiten und zeigen, dass er nicht nur Sicherheit predigt, sondern sich auch um das sichere Leben seiner Bürger kümmert. Die Auswahl an Alarmsystemen und Sicherheitsanlagen ist enorm, wissen die Polizisten und Sicherheitsdienstleister. Doch wenn es am Geld für die Anschaffung fehlt, bringt die Vielfalt auf dem Markt nur wenig Vorteile und kann das eigentliche Problem nicht kompensieren. Vor allem in Mietwohnungen sind die Probleme prägnant, weiß nicht nur der Polizeisprecher aus NRW. Wenn Eigentümer und Vermieter zur Sicherung ihrer Objekte verpflichtet würden, sänke die Zahl der Einbruchdiebstähle kontinuierlich und drastisch.